ÖGH, Österreichische Gesellschaft für Herpetologie

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ÖGH - News

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 18:30 Uhr

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FritzZu Gast bei den schrägen Diapsiden: Phylogenetische Ursprünge, genetische Vielfalt und manches mehr über Schildkröten


Ein teilweise zum Exoskelett umgebildetes Endoskelett, in den Thorax „gerutschte“ Schulter- und Beckengürtel und ein massiver, ungefensterter Schädel ohne Zähne – diese wirklich außergewöhnliche Morphologie charakterisiert bekanntlich Schildkröten. Wenn diese Kreaturen  ausgestorben wären, würde man sie im Fossilbericht zu den bizarrsten Wirbeltieren rechnen, die jemals auf der Erde vorkamen. Dadurch, dass wir sie als lebende Tiergruppe kennen, sind wir an Schildkröten gewöhnt und vergessen oft, wie stark sie vom üblichen Wirbeltier-Bauplan abweichen. Dennoch, ihre Morphologie hat in der Wissenschaft dazu geführt, dass sie traditionell für eine sehr eigenständige Evolutionslinie gehalten wurden und dass sie meist als die letzten Überlebenden einer im Perm weit verbreiteten Gruppe von Stammreptilien ohne Schädelfenster betrachtet wurden, den Anapsiden. Im phylogenetischen System wurden Schildkröten dementsprechend lange als Schwestergruppe entweder aller anderen rezenten Reptilien und Vögel oder sogar als Schwestergruppe aller anderen Amnioten eingeordnet. Molekulargenetische Daten haben dem jedoch bereits früh widersprochen und darauf hingedeutet, dass Schildkröten vielmehr echte diapside Reptilien mit extrem abgewandelter Morphologie darstellen. Dies wurde später durch neue Fossilfunde aus China und Deutschland und genomische Daten unterstützt. Außer diesem grundlegend neuen Verständnis der phylogenetischen Beziehungen von Schildkröten als Tiergruppe haben molekulargenetische Untersuchungen in den letzten zwei Jahrzehnten auch eine Vielzahl von weiteren Erkenntnissen hinsichtlich der Verwandtschaftsbeziehungen und der Ökologie von Schildkröten erbracht. Wie bei anderen Organismen war ihre Taxonomie und Systematik traditionell auf externmorphologische und, in geringerem Umfang, auf osteologische Merkmale begründet. Molekulargenetische Daten haben jedoch zur durchaus schmerzhaften Einsicht geführt, dass besonders die Externmorphologie von vielen Arten für taxonomische und systematische Zwecke unzuverlässig ist. Viele „Schildkrötenarten“ mit extremen morphologischen Unterschieden erwiesen sich so lediglich als Ökotypen oder nächst
verwandte Lokalformen, während sich andere traditionell anerkannte „Arten“, die morphologisch sehr einheitlich sind, als Komplexe genetisch tief divergenter Spezies erwiesen. In meinem Vortrag werde ich einige Beispiele hierfür vorstellen, insbesondere aus der sogenannten „Alten Welt“ (Afrika, Asien und Europa). Molekulargenetische Untersuchungen haben jedoch noch weitere Einsichten gebracht – zum Beispiel, dass nicht nur der Mensch Schildkrötenarten über die Ozeane verbreitet hat, typischerweise weil sie als „lebende Konservendosen“ auf Seereisen dienten, sondern dass manche sogenannten Sumpfschildkröten, also Süßwasserbewohner, „meerestauglich“ sind.
Der Vortrag wird mit einer kurzen Zusammenfassung schließen, welche allgemeinen Schlussfolgerungen aus der aktuellen „genetischen Revolution“ zu ziehen sind.

 

Last Updated on Wednesday, 03 August 2016 12:59 Read more...
 

Austrian research fund for herpetology

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The Vienna Zoo and the Austrian Herpetological Society are presenting the annual “Austrian research fund for herpetology” in the amount of 5000 Euro, supporting fundamental research in all relevant herpetological disciplines with reference to Austria. Proposals can be submitted until 30. September 2016 for the subsequent year. Submission details are stated in the ÖFFH-guidelines.

Last Updated on Monday, 18 January 2016 09:01 Read more...
 

Lurch des Jahres 2016

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Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Der Lurch des Jahres wird alljährlich, im Wechsel mit dem Reptil des Jahres, von der DGHT und ihrer AG Feldhereptologie und Artenschutz ausgerufen. Die Aktion wird fachlich von den österreichischen und schweizerischen Fachverbänden ÖGH und KARCH sowie vom NABU unterstützt. Die 38-seitige Aktionsbroschüre zum Downloaden findet sich unter www.dght.de bzw. www.feldherpetologie.de.

In Deutschland ist der Feuersalamander aufgrund seiner weiten Verbreitung und stellenweise großen Bestände derzeit nicht gefährdet. Allerdings zeigt er vielerorts einen rückläufigen Bestandstrend. In Österreich und der Schweiz wird der Feuersalamander als „potenziell gefährdet“ oder „gefährdet“ eingestuft, da es hier teilweise zu Populationseinbrüchen kam. In Luxemburg gilt die Art aktuell als nicht gefährdet. Die Gründe für den rückläufigen Bestandstrend beim einheimischen Feuersalamander sind insbesondere die Zerstörung, Verschmutzung und Zerschneidung seiner Lebensräume. Durch die enge Bindung der Art an Laub- und Mischwälder sowie geeignete Larvengewässer gehen die Hauptgefährdungsursachen von der Forst- und Wasserwirtschaft, in Bacheinzugsgebieten von der Landwirtschaft aus. Beobachtungen zahlreicher überfahrener Salamander zeigen, dass auch Straßen und Forstwege ein erhebliches Gefahrenpotenzial bergen.

 

Last Updated on Monday, 18 January 2016 17:21 Read more...
 

The Dr. Magarita Metallinou Postdoctoral Travel Award

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Earlier this summer Dr. Margarita Metallinou was tragically killed in a wildlife accident while conducting field research in Zambia. Dr. Metallinou was a postdoctoral researcher at Villanova University with Dr.’s Todd Jackman and Aaron Bauer. To honor her legacy the Society for the Study of Amphibians and Reptiles is seeking to establish a permanent endowment in her honor.
This award, “The Dr. Magarita Metallinou Postdoctoral Travel Award” will allow post-PhD students from any part of the world to attend a scientific conference in the USA, as Margarita had planned to do. They will be able to present their research at the annual meeting of the world’s largest professional herpetological society and to confer with other scientists in their field. This exposure is essential to establishing a young scientist’s reputation and can often lead to other opportunities including employment. You can read more and donate at: https://www.instrumentl.com/campaigns/metallinoufund
Last Updated on Tuesday, 03 November 2015 14:14 Read more...
 

Aktualisierung der E-Mail Adressen

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Liebes ÖGH-Mitglied,
bitte senden sie uns Ihre aktuelle E-mail Adresse.

Wir würden sie gerne rechtzeitig vor unseren Veranstaltungen per E-Mail informieren. Bitte senden Sie uns ihre aktuelle E-Mail Adresse unter office [at] herpetozoa.at. Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.
Last Updated on Wednesday, 11 December 2013 18:06
 

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