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ÖGH Exkursionen 2019

Die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie bietet in diesem Jahr verstärkt Exkursionen an. Schwerpunkt der diesjährigen Exkursionen ist das Amphib des Jahres 2019 – der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris). Wir bitten um zeitgerechte Anmeldung. Herzlichen Dank an alle ÖGH-Mitglieder, die sich bereit erklärt haben, Exkursionen durchzuführen.

Exkursionen Symbolbild

 Überblick zu allen ÖGH Exkursionen 2019 als pdf

 

  • Mitte März

Arge NATURSCHUTZ

Kärnten: Mithilfe beim Aufbau von Amphibienschutzzäunen

Orte: AW 146 Nesseldorfer Teich Ost (Gemeinde Glanegg), AW 138 Schafferhoferteich (Stadtgemeinde St. Andrä im Lavanttal), AW 164 Albanerteich (Obergottesfeld, Gemeinde Sachsenburg). Treffpunkt und weitere Informationen werden auf www.arge-naturschutz.at/termine bekannt gegeben. Da die genauen Termine ­witterungsbedingt erst kurzfristig festgelegt werden können, ­bitten wir um Ihre Anmeldung. Sie werden dann von uns über Zeitpunkt und Treffpunkt informiert.

  • Freitag, 29. März

Arge NATURSCHUTZ

Kärnten: Exkursion I "Bergmolch – Lurch des Jahres 2019"

19.00 bis ca. 21.00 Uhr, AW 80 Ganateich in Zlan (Gemeinde Stockenboi). Treffpunkt: ADEG Kaufhaus Messner, Bichlweg 72, 9713 Zlan. Bitte um eine Anmeldung!

  • Samstag, 30. März

Dominik Ankel, HerpAG Salzburg

Salzburg: Auf der Suche nach dem Feuersalamander am Oberalmberg

Anmeldung und Information: Peter Kaufmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Samstag, 6. April

Alexander Niedrist & Annika Busse, HerpAG Salzburg

Salzburg: Mit dem Fahrrad durch den Süden der Stadt Salzburg

Anmeldung und Information: Peter Kaufmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Samstag 13. April

Günter Gollmann & Andrea Waringer-Löschenkohl

Wien: Exkursion zum Lurch des Jahres

Treffpunkt 10.00 Uhr bei der Busstation Hanslteich (dort kann man Autos gut parken; Busse fahren um diese Jahreszeit kaum hin, auch zu Fuß von der Endstelle der Straßenbahnlinie 43 zu erreichen). Anmeldung und Information: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Mittwoch, 1. Mai

Werner Kammel, ÖGH Landesgruppe Steiermark

Steiermark: Exkursion nach Gossendorf

Die Exkursion führt zu einem "hot spot" heimischer Amphibien und Reptilien (zumindest 13 Arten, darunter Mauer- und Smaragdeidechse), dem aufgelassenen Trass-Steinbruch Gossendorf (Gemeinde Feldbach) am Gleichenberger Kogel im südoststeirischen Vulkanland; reine Gehzeit 1 Stunde.

Treffpunkt: GH Kulmberghof, Gossendorf; Dauer: 10.00 – ca. 13.00 Uhr; anschließend Möglichkeit zum Mittagessen. Teilnahmezahl: unbeschränkt. Bei Interesse an einer Fahrgemeinschaft/Mitfahrgelegenheit wird gebeten, dies per Mail kundzutun. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Mittwoch, 1. Mai bis Sonntag, 5. Mai

Thomas Bader & Johannes Hill

Kroatien: Exkursion nach Dalmatien

Die Reise erfolgt mit privaten PKWs. Begrenzte Teilnehmerzahl (ausschließlich ÖGH Mitglieder).

Anmeldefrist 22.03.2019, Anmeldung und Information: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

  • Samstag, 4. Mai

Werner Krupitz, HerpAG Salzburg

Salzburg: Kreuzottern-Exkursion zum Seewaldsee bei St. Koloman

Anmeldung und Information: Peter Kaufmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Freitag, 10. Mai

Manuela Jenicek

Niederösterreich: Exkursion zum "Schlangenfelsen" im Nationalpark Thayatal

Öffentliche Anreise aus Wien ist grundsätzlich möglich, mit dem Zug bis Retz und dann mit dem Bus bis zum Nationalpark Zentrum. Anmeldung erforderlich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Samstag, 11. Mai

Karin Ernst in Zusammenarbeit mit Arge NATURSCHUTZ

Kärnten: Exkursion II "Bergmolch – Lurch des Jahres 2019"

10.00 – ca. 14.00 Uhr, Kirchbachgraben (Gailtal). Treffpunkt: Pfarrkirche Kirchbach im Gailtal, Kirchbach 39, 9632 Kirchbach. Teilnehmerzahl: mind. 5, max. 20. An- bzw. Abmeldung ist erforderlich: www.arge-naturschutz.at/termine

  • Samstag, 11. Mai

Florian Bacher

Niederösterreich: Das Helenental – Lebensraum für Würfelnatter, Grasfrosch & Co.

Der genaue Treffpunkt wird noch bekanntgegeben. Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Samstag, 11.Mai & Sonntag, 12. Mai

Peter Kaufmann, HerpAG Salzburg

Salzburg: Erster Salzburger Herpathon – 24 Stunden Kartierungswettbewerb

Amphibien- und Reptilienkartierungswettrennen im Zeichen des Naturschutzes. Anmeldung und Information: Peter Kaufmann, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Donnerstag, 16. Mai bis Sonntag, 19. Mai

Werner Kammel, ÖGH Landesgruppe Steiermark

Kroatien: Exkursion auf die Insel Krk

Leider bereits ausgebucht!

  • Samstag, 25. Mai

Andreas Maletzky

Salzburg: Länderübergreifende Exkursion der ÖGH und der HerpAG zum Lurch des Jahres: Bergmolch am Ameisensee in Abtenau

Treffpunkt: 8.45 Uhr, Parkplatz zwischen B166 und Rußbach bei Hallenstein (Gemeinde Abtenau). Von Abtenau kommend Richtung Rußbach und Gosau auf der B166 Pass Gschütt Straße, gegenüber Pointinger Baustoffe die Abzweigung nach rechts in Richtung Tennishalle Rosenkranz, direkt nach Abzweigung, Parkplatz zwischen B166 und Rußbach. Dauer: ganztägig; wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk, Fernglas, Rucksack mit Jause und gute Laune nicht vergessen! Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Sonntag, 9. Juni

Susanne Stückler, Silke Schweiger & Ria Sonnleitner

Niederösterreich: Amphibien und Reptilien der Waldviertler Moorlandschaft

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Parkplatz des Besucherzentrums UnterWasserReich in Schrems (Moorbadstraße 4, 3943 Schrems). Tagesproviant bitte mitnehmen! Es gibt auch Einkaufsmöglichkeiten in Schrems. Bei spontanem Schlechtwetter kann auch eingekehrt werden ("Waldviertler Sepp"). Die Reise erfolgt mit privaten PKWs. Anmeldung erforderlich (begrenzte Teilnehmerzahl): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

  • Samstag, 15. Juni

Karina Smole-Wiener in Zusammenarbeit mit der Arge NATURSCHUTZ

Kärnten: Exkursion III "Bergmolch – Lurch des Jahres 2019"

10.00 – ca. 13.00 Uhr, Klippitztörl. Treffpunkt: Schwarzkogelhütte, Kliening 50, 9462 Bad St. Leonhard. Teilnehmerzahl: mind. 5, max. 20. An- bzw. Abmeldung ist erforderlich: www.arge-naturschutz.at/termine

  • Sonntag, 16. Juni

Gerda Ludwig, Florian Glaser & Peter Morass, ÖGH Landesgruppe Tirol

Tirol: Bergmolchexkursion ins Fotscher Tal

Wir unternehmen eine Tageswanderung in das Fotscher Tal und wollen dabei auch Freilanddaten zu den dort lebenden Bergmolchen erheben. Gerda führt hier seit vielen Jahren Forschungen an Grasfrosch & Co. durch und kennt das Gebiet wie ihre Westentasche. Der Anstieg beträgt ca. 2 Stunden und setzt eine gute körperliche Grundkondition voraus. Festes Schuhwerk, warme Kleidung, Regenschutz, Proviant und ausreichend Wasser nicht vergessen! Bitte keine Hunde! Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr! Genaueres zu Organisation und Treffpunkt wird rechtzeitig auf der Homepage bekannt gegeben: https://www.herpetozoa.at/index.php/landesgruppen/regionalgruppe-tirol

Exkursion: Zu den „Blauen Fröschen“ der Stockerauer Au

abgesagt

Leider, leider …
SperrgebietUnsere Moorfrosch-Exkursion in die Stockerauer Au muss in diesem Jahr entfallen. Aufgrund der Gefahren, die vom Eschen-Triebsterben ausgehen, ist die gesamte Stockerauer Au für Besucher behördlich gesperrt: http://www.stockerau.at/Stockerauer_Au_gesperrt_2.
Wehmütig machende Bilder der Exkursion der letzten Jahre finden Sie hier.
Wir hoffen auf 2020!

Der Bergmolch - Lurch des Jahres - in Österreich

Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) ist eine zentraleuropäische Amphibienart, die mit verschiedenen Ausläufern, isolierten Populationen und aktuell sechs anerkannten Unterarten bis in die nördliche Bretagne, Nordspanien, die Karpaten, südwärts bis Mittel- und Süditalien sowie über den Balkan bis auf die Peloponnes in Griechenland vorstößt.

Bergmolch Ichthyosaura alpestris
In Österreich ist er die am weitesten verbreitete Schwanzlurchart Österreichs und kommt in allen Bundesländern vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Hügelland und in den Gebirgen der westlichen bzw. zentralen Landesteile, während die Vorkommen Richtung Norden und vor allem Osten ausdünnen. In den Tieflagen im Osten Niederösterreichs, dem Nord- und Mittelburgenland fehlt die Art. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft durch die Stadt Wien bzw. das südliche Burgenland. Verbreitungslücken in Teilen von Ober- und Niederösterreich (Inn-, Mühl- und Waldviertel), oder den Zentralalpen lassen sich wohl vielfach durch Kartierungsdefizite erklären. Die Höhenverbreitung verläuft zwischen 200 m ü. NN in Wien und 2.380 m ü. NN am Reißeck in den Kärntner Zentralalpen. Bekannte große Einzelvorkommen mit mehreren Tausend adulten Individuen stammen durchwegs aus Seen und Feuchtgebieten in Seehöhen über 1.000 m ü. NN., wie etwa am Ameisensee, am Vorderschlumsee, oder im Weißpriachtal im Bundesland Salzburg.

Bergmolch Karte

Der typische Lebensraum des Bergmolches in Österreich besteht aus größtenteils lichten, gut strukturierten Laub- und Mischwäldern mit erhöhtem Totholzanteil, oder Komplexen aus Zwergstrauchheiden, Feuchtgebieten bzw. Mooren oberhalb der Waldgrenze. Wesentlich ist ein dichtes Gewässernetzwerk. Ein Schlüsselfaktor im Landlebensraum ist neben hoher Bodenfeuchte die Verfügbarkeit von reichlich Versteckplätzen in Form von liegendem Totholz oder Lückensystemen z.B. in überwuchertem Geröll. Sehr unterschiedliche Typen von Laichgewässer werden genutzt. Einerseits handelt es sich um kleinere, oft nur temporär Wasser führende Stillgewässer wie (Wagenspur-)Tümpel, Quellstaue, Stillbereiche von Entwässerungsgräben oder Pfützen. Andererseits werden, vor allem in höheren Lagen, auch größere Gewässer genutzt, sofern sie fischfrei sind und eine ausreichende Strukturierung aufweisen.

Bergmolch Ichthyosaura alpestris Habitat

Typische syntope Amphibienarten sind der Grasfrosch (Rana temporaria) – dessen Eier vor allem in Gebirgspopulationen eine überaus wichtige Nahrungsquelle für die Molche darstellen - und die Erdkröte (Bufo bufo), in mittleren Seehöhen auch die Gelbbauchunke (Bombina variegata) und der Feuersalamander (Salamandra salamandra). Umgekehrt sind im Verbreitungsgebiet in Laichgewässern von Kamm- (Triturus cristatus s.l.) und Teichmolchen (Lissotriton vulgaris) zumeist auch Bergmolche zu finden.

Bezüglich der Jahresaktivität sind in Österreich Nachweise von Adulttieren aus allen 12 Monaten dokumentiert. Die deutliche Mehrheit aller Beobachtungen fällt in den Zeitraum Ende März/Anfang April bis Mitte/Ende August und erstreckt sich somit über gut fünf Monate mit Schwerpunkt in der ersten Hälfte dieser Zeitspanne. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Tiere im oder am Laichgewässer. Nachweise von Larven sind von Mitte April bis Ende Oktober dokumentiert, mit Schwerpunkt zwischen Ende Juni und Anfang September. Im Toten Gebirge (Kalkalpen im Grenzgebiet von Oberösterreich und Steiermark) durchgeführte Studien zum Alter von Bergmolchen mittels Skeletochronologie bzw. Langzeitmarkierungen zeigten, dass die Geschlechtsreife erst mit rund 10 Jahren eintritt und ein Maximalalter von rund 30 Jahren erreicht werden kann.

Wie alle in Österreich beheimateten Amphibienarten gilt für Individuen bzw. Lebensräume des Bergmolches in allen neun Bundesländern ein strenger Schutz. In der nationalen Roten Liste wird die Art als "Gefährdung droht" ("near threatened") gelistet. Aussagen über die Bestandsentwicklung des Bergmolches sind allerdings kaum möglich, da entsprechende Monitoringprojekte fehlen. Die Gefährdungsfaktoren sind, auch aufgrund der weiten Verbreitung in verschiedenen Lebensraumtypen, mannigfaltig. Es handelt sich um den laufenden Verlust bzw. die Degradierung von Laichgewässer durch Verfüllung, Trockenlegung, Fischbesatz oder Eutrophierung (Gülle). Weiters die massive Nutzungsintensivierung in der Land- und Forstwirtschaft, inklusive des Einsatzes von Pestiziden und der verstärkten Nutzung von Flächen im Gewässerumfeld. Die laufende Lebensraumzerschneidung durch das wachsende (Forst-)Straßennetzwerk sowie die strukturelle „Ausräumung“ der Landschaft, führen wiederum zu immer weniger Wanderkorridoren bzw. Trittsteinen in Form von Wegrainen, Waldsäumen oder Ufergehölzen.

Broschüre

Flyer

Kinder-Broschüre

Poster

Fotos Christoph Riegler: Bergmolch Männchen, Habitat in den Hohen Tauern. Verbreitungskarte Bergmolch (Quelle NHM Wien)

ÖGH Jahrestagung 2019 Rückblick

Bereits im Vorfeld gab es erfreulicherweise eine noch nie da gewesene Zahl von Anmeldungen. Das schaffte eine deutliche Erleichterung für die Organisatoren. Die diesjährige Tagung war zugleich eine Jubiläumstagung und mit einer Gesamt-Teilnehmerzahl von 165 Personen wieder sehr gut besucht. Um dem Jubiläum gerecht zu werden, wurde im Reptilien-Schausaal vor der in Neugestaltung befindlichen Anakonda-Vitrine auf das 30. Tagungs-Jubiläum mit Mojitos angestoßen.

Jahrestagung 2019 Gruppenbild (Foto: Ch. Riegler)


Erfreulich auch, dass wir bei der Tagung einige neue Mitglieder willkommen heißen konnten. Die erstmals angebotenen T-Shirts fanden guten Anklang und wurden fast alle verkauft. Schon am ersten Tagungstag, dem Freitag fanden sich ungewöhnlich viele Teilnehmer ein, die Interesse an den feldherpetologischen Themen zeigten. In Summe sorgten 29 Vortragende für ein abwechslungsreiches und hoch geschätztes Programm.

Der Österreichische Forschungsfond für Herpetologie (ÖFFH), der Gelder vom Tiergarten Schönbrunn und ÖGH für Forschungsvorhaben zur Verfügung stellt, unterstützt diesmal Projekte von Sonia PÉREZ ARIAS und Camillo RODRIGUEZ.

Tagungsprogrogramm 2019

Programm ÖGH Tagung 2019 klein

Der ÖFFH 2019 - Begünstigte Projekte

Auch 2018 konnten Wissenschafter wieder um Gelder aus dem Österreichischen Forschungsfonds für Herpetologie ansuchen. Aus den gestellten Anträgen wurden von der Gutachterkommission zwei Begünstigte gewählt. Wir gratulieren den Fondsbegünstigten.

ÖFFH Preisträger 2019
vlnr: Doris Preininger, Thomas Wampula, Camilo Rodriguez, Andreas Maletzky, Sonia Pérez Arias und Walter Hödl (Foto: Jeff Schreiner)

Verhaltenssyndrome von Steroidhormonen: ein nicht-invasiver, endokrinologischer Zugang um Persönlichkeitsmerkmale bei Pfeilgiftfröschen zu bewerten

Behavioural syndromes of steroid hormones: a non-invasive endocrinological approach to assess animal personalities in poison frogs


Camilo Rodríguez1, Virginie Canoine2 & Walter Hödl3
1Department of Cognitive Biology, University of Vienna,
2Department of Behavioural Ecology, University of Vienna,
3Department of Integrative Zoology, University of Vienna,

Fördersumme: 3440 Euro

Foto Camilo Rodríguez Foto: Camilo Rodríguez

Abstract
In neotropical poison frogs (Dendrobatidae) the diversity of genotypic and phenotypic traits has favoured the evolution of behaviours which are uncommon among amphibians, such as multi-signal communication, territoriality, terrestrial breeding and parental care. Acoustic communication and territoriality have been studied broadly in territorial frogs, however intraindividual consistency in their calling behaviour in a territorial context via hormonal regulation is poorly understood. Here we propose that steroid hormones could modulate the acoustic and territorial behaviour, explaining personalities and behavioural syndromes in poison frogs. We aim to define behavioural syndromes in three species of poison frogs based on the correlation of acoustic and territorial traits modulated by testosterone and corticosterone. We will quantify males’ behavioural traits and, for the first time, steroid hormone concentration in poison frogs based on water-borne sampling methods, thus minimizing the impact of stress of the animals and providing insights for conservation.

Zusammenfassung
Die Vielfalt an geno- und phänotypischen Merkmalen bei neotropischen Pfeilgiftfröschen hat zur Evolution von Verhaltensweisen wie multimodale Kommunikation, Territorialität und elterliche Brutpflege geführt, die ansonsten untypisch für Amphibien sind. Obwohl das Zusammenspiel von akustischer Kommunikation und Territorialität exzessiv untersucht wurde, fehlen bis jetzt Studien, die den Kontext zwischen intraindividueller Konsistenz des Rufverhaltens und Hormonhaushalt herstellen. Wir stellen die Hypothese auf, dass die hormonelle Regulierung von akustischen und territorialen Verhaltensmustern der Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltenssyndromen bei Pfeilgiftfröschen zugrunde liegt. Wir werden Verhaltenssyndrome definieren, die von Testosteron und Corticosteroiden reguliert und durch die Korrelation von akustischen und territorialen Verhaltensmustern gekennzeichnet sind. Wir werden hierfür das Verhalten männlicher Pfeilgiftfrösche von drei Arten videodokumentieren und hinsichtlich akustischer und verhaltensspezifischer Merkmale quantifizieren. Des Weiteren wird hierfür zum ersten Mal eine nicht-invasive Methode der Hormonbestimmung aus Wasser zur Anwendung kommen, welche die Auswirkungen von Stress auf die Versuchstiere minimiert und dadurch einen neuen Standard für hormonelle Verhaltensexperimente bei Pfeilgiftfröschen setzt.

 


 

Genetische Analyse der Feuersalamander (Salamandra salamandra) in Österreich

Genetic analysis of the fire salamander (Salamandra salamandra) in Austria

Sonia Pérez Arias1, Silke Schweiger2, Doris Preininger3 & Elisabeth Haring4
1Department of Integrative Zoology, University of Vienna
2Herpetological Collection, Museum of Natural History Vienna
3Vienna Zoo
4Central Research Laboratory, Museum of Natural History Vienna

Fördersumme: 1540 Euro

Photo D. Preininger Projekt PerezPhoto: Doris Preininger

Abstract
Biodiversity conservation is arguably one of the most pressing concerns of our time. We need to study genetic variability of species and populations to conserve biodiversity. Currently, thorough genetic analyses of the fire salamander (Salamandra salamandra) in Austria are still lacking. Our objective is to conduct mitochondrial DNA control region analysis and nuclear DNA analysis based on 11 microsatellite loci of 100 individuals sampled in 20 sites. Using genetic markers, we will measure genetic variation within and differentiation between populations north and south of the Austrian Alps. The aim of this study is to gain a better understanding of the phylogeography of this species and to lay the foundations for its protection.

Zusammenfassung
Der Erhalt der Biodiversität ist eines der drängendsten Anliegen unserer Zeit - auch für Herpetologen. Um die Biodiversität zu erhalten muss man auch die genetische Variabilität der Arten bzw. Populationen untersuchen. Bis heute fehlen genetische Untersuchungen des Feuersalamanders (Salamandra salamandra) in Österreich. Unser Ziel ist die Durchführung einer mitochondrialen DNA-Kontrollregionsanalyse und nuklearen DNA-Analysen auf der Basis von 11 Mikrosatelliten-Loci von 100 Individuen, die von 20 Fundorten stammen. Mit Hilfe der genetischen Marker sollen die Variabilität innerhalb und zwischen den Populationen nördlich und südlich des Alpenhauptkammes untersucht werden. Ziel dieser Untersuchung ist zum einen ein besseres Verständnis der Phylogeographie dieser Art zu erhalten und zum anderen Grundlagen zum Schutz dieser Art zu schaffen.

Gesamt ÖFFH-Fördersumme: 4.980 Euro

Kooperationspartner

Logo Zoo Wien

Projekte 2018

Ergänzende Kartierungen FFH-relevanter Herpetozoa der alpinen Zone in der Steiermark

ÖGH-Kennung: 2018a042P

ÖGH-Beteiligung: Projektträger

Zeitraum: 08.06.2018 bis 31.12.2020

Projektnehmer / ausführende Personen (p.t.): Werner Kammel

Im Rahmen eines vorbereitenden Projektes (2016 und 2017) wurden zum Monitoring wurden für FFH-relevante Amphibien- und Reptilienarten gemäß Art. 11 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) Untersuchungsstandorte der Steiermark beschrieben (KAMMEL 2017). Im Zuge dieses Projektes wurden auch maßgebliche Wissenslücken zu Vorkommen, Status und Verbreitung etlicher Arten festgestellt. Im vorliegenden Projekt werden innerhalb der alpinen Zone der Steiermark die bedeutsamsten Wissenslücken geschlossen. Bei den Zielarten handelt es sich um Herpetozoa, deren Verbreitungsschwerpunkt in der kontinentalen Zone liegen, die jedoch auch Vorkommen in Tallagen und im Hügel- und Bergland der alpinen Zone der Steiermark besitzen: Mauereidechse, Äskulapnatter, Zauneidechse, Springfrosch, Laubfrosch und Wasserfrosch-Komplex. Der derzeitige Wissensstand beschränkt sich auf historische Daten und wenige Einzelmeldungen seit dem Jahr 2000. Die projektierten Erhebungen konzentrieren sich auf die Regionen Östliches Ennstal / Gesäuse / Mariazeller Land, die Mur- / Mürzfurche sowie das Steirische Randgebirge (v. a. Grazer und Weizer Bergland, Naturpark Pöllauer Tal und angrenzende Bereiche).

Projektbezogene Publikationen: keine.

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