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Österreichischer Forschungsfonds für Herpetologie (ÖFFH) 2020/21

ÖFFH 2020

Der Tiergarten Schönbrunn und die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) vergeben wieder den Österreichischen Forschungsfonds für Herpetologie in der Höhe von 5.242 Euro. Gefördert wird Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien. Voraussetzung für die Förderung ist ein Bezug zu Österreich. Das heißt, es stehen entweder heimische Amphibien und Reptilien im Zentrum der Forschung, oder das Projekt wird von einem heimischen Forscher, oder an einer heimischen Forschungsstätte durchgeführt. In diesem Jahr kann bis zum 30. September 2020 eingereicht werden.

Weitere Informationen zum  Österreichischer Forschungsfonds für Herpetologie finden Sie unter: http://www.zoovienna.at/forschung-und-lehre/forschungsfonds und auf der Homepage der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH): http://www.herpetozoa.at/index.php/die-gesellschaft/forschungsfonds-oeffh

ÖFFH - Gewinner Projekt 2019

Kooperationspartner

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ÖFFH - Gewinner Projekt 2019

Auch 2019 konnten Wissenschafter wieder um Gelder aus dem Österreichischen Forschungsfonds für Herpetologie ansuchen. Aus den gestellten Anträgen wurden von der Gutachterkommission folgendes Projekt gewählt. Wir gratulieren den Fondsbegünstigten.

Auffrischung der Verbreitungsdaten und Vergleich der ökologischen Anforderungen der Würfelnatter in Österreich und Bulgarien:
Verbesserungen für zukünftige Forschung und Schutz
 
Updating occurrence records and comparing ecological requirements of the Dice snake in Austria and Bulgaria:
enhancing future research and conservation

Yurii V. Kornilev, National Museum of Natural History, Sofia, Bulgaria; Associate, University of Vienna, Department of Integrative Zoology, Vienna, Austria
Silke Schweiger, Natural History Museum Vienna, 1st Zoological Department, Herpetological Collection, Austria
Georgi Popgeorgiev, National Museum of Natural History, Sofia, BG; YK’s Ph.D. advisor

Fördersumme: 4758 Euro

N tessellata
Foto: Yurii V. Kornilev

Zusammenfassung

Die Würfelnatter (Natrix tessellata) ist eine semiaquatisch lebende Schlange, deren Verbreitung sich über weite Teile der paläarktischen Region erstreckt. Da sie regional in hohen Dichten vorkommt, spielt sie in den bewohnten Ökosystemen eine wichtige Rolle. Obwohl die Würfelnatter in Teilen Österreichs und Bulgariens noch relativ weit verbreitet ist, wird von einem Bestandsrückgang ausgegangen, weshalb sie zu den stark gefährdeten Arten zählt. Die Auffrischung der Verbreitungsdaten dieser Art ist für den evidenzbasiert durchgeführten Artenschutz dringend notwendig. Vor allem schnelle, effiziente Methoden werden benötigt um das Wissen über geeignete Lebensräume zu aktualisieren oder neue Daten, speziell über wenig untersuchte Gebiete, zu erlangen und die Basis für zukünftige Untersuchungen zu legen.

Mittels der Software Maxent werden wir die artspezifische, potentielle Verbreitung (Ecological Niche Model) für Österreich und Bulgarien digital modellieren. Damit erhalten wir Karten dieser beiden, etwa 1000 km entfernten Länder, welche die jeweils geeigneten Habitate für N. tessellata anzeigen und anhand deren wir die jeweiligen Umweltfaktoren vergleichen, die die Verbreitung der Würfelnatter charakterisieren. Die Ergebnisse werden grundlegende wissenschaftliche und artenschutzrelevante Fragen beantworten und stellen unterstützende Mittel bereit, um diese zu schützende Art in ihren Beständen zu fördern.

Kooperationspartner

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3. ÖGH Reptilientag im Haus für Natur, Museum Niederösterreich

Leiste Reptilientag

Die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie veranstaltet zum 3. Mal den „Reptilientag der ÖGH" und zum ersten Mal im Haus für Natur, Museum Niederösterreich.

Es wartet ein spannendes und vielseitiges Programm auf die Besucher! Die Tagung wendet sich vor allem an Terrarianer und Praktiker, die sich speziell mit Reptilien beschäftigen und an all jene, denen Reptilien ein Anliegen sind. Etliche der Vorträge sind durchaus auch für Laien geeignet! Darüber hinaus haben hier ambitionierte Praktiker wie auch Feldherpetologen und Wissenschafter die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen. Themen über Haltung, Zucht, Biologie und Schutz von Reptilien stehen dabei im Mittelpunkt. Interessenten sollen auf diesem Weg die Möglichkeit finden, sich zu vernetzen.

Wann: Samstag, 19.09.2020, 10.00 bis 16:15 Uhr. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Wo: Haus für Natur, Museum Niederösterreich, Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten

Anmeldung: Für Teilnehmer ist eine Anmeldung erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm

Wir bitten alle BesucherInnen, die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen zu beachten: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist während der Tagung Museum Niederösterreich verpflichtend, allerdings darf dieser abgenommen werden, wenn der Sitzplatz eingenommen wurde. Zu anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1 Meter einzuhalten (Stand Mitte August).

Logo Museum NOE

Publikationen

HZ 32 Cover1 FPHERPETOZOA

Die allen Gebieten der Herpetologie gewidmete wissenschaftliche Fachzeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) mit begutachteten (peer-reviewed) Beiträgen in englischer Sprache; ISSN 2682–955X (online), ISSN 1013–4425 (print).

ISI Journal Citation Reports© Ranking: 2019: (138/168) (Zoology); Journal Impact Factor (2019): 0,643, indexiert in: Biological Abstracts; BIOSIS (Previews); Current Contents - Agricultural, Biological & Environmental Sciences; Science Citation Index (Expanded); Web of Science; Zoological Record (Plus). 

Inhalt von Herpetozoa


Aktuell 55 2020 final HomepageÖGH-Aktuell

Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie

Die Informationszeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie berichtet über Veranstaltungen und Projekte der Gesellschaft und enthält die Berichte des Generalsekretärs und des Schatzmeisters sowie herpetologische Fachbeiträge in deutscher Sprache (P-ISSN 1605-9344, E-ISSN 1605-8208).

Die Zauneidechse - Reptil des Jahres 2020

Nach dem Bergmolch 2019 rücken die Deutsche und die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) 2020 wieder ein bedrohtes Reptil in den Fokus: die Zauneidechse. "Lacerta agilis, die 'flinke Eidechse'. 

Charakteristisch für das variabel gezeichnete Reptil, das in Mitteleuropa meist 18 bis 20 Zentimeter Gesamtlänge erreicht, ist neben den prächtig grünen Flanken der Männchen eine braune Rückenfärbung mit dunklen Flecken und drei oft nur angedeuteten weißen Linien.

Zauneidechse Männchen Christoph Riegler OEGH Wachau

Zauneidechsen besiedeln in mehreren Unterarten das zweitgrößte Verbreitungsgebiet aller europäischen Echsen. Es reicht von England bis zum sibirischen Baikalsee und von Mittelschweden bis Griechenland. Zauneidechsen sind relativ anpassungsfähige Reptilien, die keine hohen Ansprüche an ihre Lebensräume stellen. In Österreich besiedelt die Zauneidechse mit Ausnahme der hochalpinen Lagen die Großlandschaften aller Bundesländer. Die Art kommt in Höhenlagen zwischen 115 und 1.700 m vor, Verbreitungsschwerpunkte finden sich in tieferen Lagen unter 500 m. Das Verbreitungsgebiet stößt im westlichen Österreich an seine südliche Arealgrenze, ansonsten schließen die österreichischen Bestände an Vorkommen in den Nachbarländern an.

Verbreitung Zauneidechse

Die Zauneidechse stellt neben der Wald- oder Bergeidechse (Zootoca vivipara) die in Österreich häufigste und am weitesten verbreitete Eidechsenart dar. Die Zauneidechse ist vor allem im Flach- und Hügelland anzutreffen, wo sich auch Menschen bevorzugt niederlassen. Die meisten Beobachtungen in Österreich erfolgen an Waldrändern, Böschungen, auf Ruderalfluren und im Grünland. Der Lebensraum ist durch eine stark entwickelte Krautschicht und fehlende bis mäßig entwickelte Strauch- und Baumvegetation charakterisiert. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit ist die Zauneidechse häufig an Bahndämmen, in Steinbrüchen, Weinbergen oder Gärten, Friedhöfen, Industriestandorten sowie Trocken- und Magerrasen zu finden. In solchen Lebensräumen findet die Zauneidechse genügend Nahrung in Form von Insekten und Spinnen.

Zauneidechse Habitat Christoph Riegler OEGH Wachau

Trotz ihrer weiten Verbreitung und der Tatsache, dass die Zauneidechse vielerorts die häufigste Reptilienart darstellt, lassen sich gebietsweise starke Rückgänge der Bestände beobachten. Aktuell wird Lacerta agilis auf der Roten Liste in Österreich unter "Gefährdung droht" geführt, in den meisten Bundesländern gilt sie sogar als gefährdet bzw. stark gefährdet. Gründe hierfür sind beispielsweise die Abtragung von Schotterkörpern stillgelegter Bahnlinien, Umwandlung von Magerrasen in Intensivgrünland oder Ackerflächen, Verbuschung nach Einstellung extensiver Mahd oder Beweidung, Flurbereinigung und der Biozideinsatz in der intensiven Landwirtschaft.

Geeignete Schutzmaßnahmen, um das Überleben der Zauneidechse langfristig zu sichern, sind etwa die Erhaltung sonniger Waldränder und Wegraine, die Vernetzung und Offenhaltung trockenwarmer Lebensräume wie Steinbrüche, Sandgruben oder Trockenmauern. Auch Querungshilfen wie Grünbrücken über Autobahnen bzw. Untertunnelungen oder eidechsengerechte Gestaltungen von Straßenböschungen können den Zauneidechsen helfen. Ein naturnaher Garten, bunte Wiesen und der Verzicht auf Pestizideinsatz fördern die Insektenvielfalt und beleben damit auch den Speisezettel der Zauneidechse. Lichte Stein- und Holzhaufen sowie Sandplätze für die Eiablage in einem wilden Garteneck locken die Sonnenfreundin an und helfen ihr beim Überleben. Um die Zauneidechse dauerhaft im Garten halten zu können müssen die entsprechenden Habitate jedenfalls katzenfrei gehalten werden.

Steckbrief der Zauneidechse – Reptil des Jahres 2020

  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Lacerta agilis („flinke Eidechse“)
  • Stämmige Eidechse mit relativ kurzen Beinen
  • Kräftiger, recht deutlich vom Rumpf abgesetzter Kopf
  • Körpergröße vom Alter und Lebensraum der Tiere abhängig
  • Gesamtlänge adulter Tiere um 18–19 cm (maximal 24 cm)
  • Kopf-Rumpf-Länge um 8 cm (maximal 9,6 cm)
  • Braune Rückenoberseite mit drei teilweise aufgelösten weißen Linien
  • weißen Elemente oft von dunklen Flecken eingefasst oder begleitet
  • Ausnahmen sind Schwärzlinge, rotrückige und zeichnungslose Farbvarianten
  • Männchen zur Paarungszeit an den Körperseiten leuchtend grün
  • Verbreitung von England bis Baikalsee, von Mittelschweden bis Griechenland
  • Rote Liste Österreichs „Gefährdung droht“
  • Rote Listen Bundesländer: gefährdet oder stark gefährdet

Broschüre

Flyer

Kinder-Broschüre

Poster

Presseaussendung

Fotos Christoph Riegler: Zauneidechsen Männchen, Habitat in der Wachau: Verbreitungskarte Zauneidechse (Quelle NHM Wien)

Herpetozoa online!

This is the homepage of the new Herpetozoa website, designed and provided by ARPHA.

Am 13. Mai sind die ersten Artikel von Band 32 der Herpetozoa auf der neuen Website veröffentlicht worden. Die Herpetozoa erscheint jetzt als Open Access Journal bei Pensoft, einem international renommierten Fachverlag. Durch die neue Erscheinungsweise wird der Publikationsprozess beschleunigt, auch die Sichtbarkeit der Veröffentlichungen soll in einer Zeit, in der Literatursuche fast nur mehr im Internet stattfindet, deutlich erhöht werden.

https://herpetozoa.pensoft.net/

Die Herpetozoa gilt als das Aushängeschild der ÖGH, und hat ihre Position innerhalb der herpetologischen Fachzeitschriften stetig verbessert. In jüngster Zeit kamen die eingereichten Manuskripte vorwiegend aus Lateinamerika und Vorderasien, zu einem kleineren Teil aus Süd- und Osteuropa, aber kaum mehr aus dem Kreis der Mitglieder der ÖGH. Die neue Publikationsform erlaubt es, jederzeit auf die Beiträge zugreifen zu können, auch mit Tablet oder Smartphone. Die ÖGH bezahlt dem Verlag einen jährlichen Beitrag für die Nutzung der Publikationsplattform, in der Umstellungsphase fallen zusätzliche Kosten an. Am Jahresende soll der Band auch im Druck erscheinen; er wird aber auch für Mitglieder nicht kostenfrei erhältlich sein können. Details dazu werden im Herbst bekanntgegeben.

Wir hoffen, dass die attraktive Präsentation und rasche Veröffentlichung auch wieder mehr Autorinnen und Autoren aus den Reihen der ÖGH davon überzeugen werden, ihre Arbeiten hier zu veröffentlichen.


Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

Pensoft Press Release 15-May-2019