Die Moorfrosch-Expedition der ÖGH 2018

Am Samstag den 31.März um 10 Uhr war es so weit. Cornelia Gabler „funkte“: Sie sind da! Noch am Donnerstag davor ließ sich kein Moorfrosch, zumal kein Blauer am Laichgewässer in Stockerau blicken, aber am Samstag waren sie da. Das Wetter nach all den Kapriolen der letzten Wochen noch immer nicht prickelnd, aber gut genug um die Rana arvalis wolterstorffi endlich in Balzstimmung zu versetzen. Unmittelbar nach der Entdeckung am Samstag wurde ein Rundmail an die zur Exkursion Angemeldeten ausgesandt, das zum einen zu einer Spontanführung noch am selben Tag um 14 Uhr lud und zum anderen gleichzeitig einen zweiten Termin am Montag den 2. April 9 Uhr in Stockerau anbot. Für den (Oster-)Sonntag war die Wetterprognose eher schlecht und auch die Aussicht mit dem geschenkebringenden Hasen konkurrieren zu müssen versprach nur bescheidene Resonanz.

Moorfrosch

Und so konnten am Montag letztlich auch mehr als 20 Interessierte einem spektakulären Ereignis bei (hinreichend) gutem, teilweise sonnigem Wetter beiwohnen. An beiden aufgesuchten Laichgewässern konnten Hundertschaften der hochmotivierten, blitzblauen Männer der Moorfrösche rufend und balzend angetroffen werden und unter der sachkundigen Leitung von Cornelia Gabler sanft und störungsarm auch hervorragend beobachtet werden (Cornelia gilt unser besonderer Dank für die zeitaufwendige und engagierte Vorbereitung dieser Expedition!).

Wer gedacht hat, dass die Kollegen aus Salzburg den weitesten Weg auf sich genommen haben, irrt: Selbst aus dem fernen Dresden fanden sich Besucher ein, die eigens für die Moorfroschhochzeit nach Stockerau geeilt waren.
Nicht nur für die, die diesem Ereignis das erste Mal beiwohnen durften, war dies wohl ein besonderer Tag: An dieser alljährlichen Sensation kann man sich kaum satt sehen!

Nur wenige Tage im zeitigen Frühjahr dauert die Laichzeit der heimischen Moorfrösche (Rana arvalis wolterstorffi). Die männlichen Frösche finden sich dabei zu großen Gruppen zusammen und beeindrucken durch ihre bei Sonnenschein intensiv himmelblaue Färbung: Dass die blaue Färbung nicht dazu dient den Weibchen zu imponieren, sondern der Fehlpaarungsvermeidung, wiesen österreichische Wissenschaftler nach: https://homepage.univie.ac.at/walter.hoedl/Sztatecsny_etal._2012_Behav.Ecol.Sociobiol.pdf

Weitere Informationen zum Moorfrosch mit Bildern:
http://www.herpetofauna.at/

Fotos:  Thomas Wampula, Peter Kaufmann, Richard Kopeczky

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